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Stand vom: 07.03.2017 19:21:35
 
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Ortsteil Ramstedt

Ramstedt liegt in der Verwaltungsgemeinschaft 'Elbe- Heide' und ist seit 1928 ein Ortsteil von Loitsche. Es liegt am nördlichen Rand der Colbitz - Letzlinger Heide. Ramstedt liegt im Naturschutzgebiet Ramstedter und Heinrichshorster Forst. Nach Osten wird der Blick vom Kalibetrieb dominiert.

Ramstedt liegt ca. 3 Kilometer von Loitsche entfernt. Westlich von Loitsche führt eine Verbindungsstraße direkt nach Ramstedt. Über die K 1175 ist Ramstedt von Zielitz aus zu erreichen.

Ramstedt ist ein Ortsteil von Loitsche und liegt ganz romantisch im Wald. Jahrhunderte lang gehörte Ramstedt dem altmärkischen Adelsgeschlecht derer von der Schulenburg.

Im Jahre 1448 soll Ramstedt erstmals als Familienbesitz erwähnt worden sein. In einer Urkunde aus dem Jahre 1483 wurde eine Erbauseinandersetzung Busso's von der Schulenburg festgehalten. Es wurde festgesetzt, dass seinen Brüdern, Henning und Albrecht von der Schulenburg, der Ertrag von Ramstedt zufließen sollte.

Bis zum Jahre 1813 blieb Ramstedt im Besitz des Adelsgeschlechts derer von der Schulenburg. Der 'Königlich Preußische Obristleutnant' Reichsgraf Adolf Ernst Ludwig von der Schulenburg (1765-1813) war der erste Schulenburg, der in Ramstedt lebte. Graf Adolf baute in Ramstedt ein bescheidenes Wohnhaus.

Er ist in Ramstedt verstorben. Sein Sarkophag steht noch heute in dem Mausoleum in Ramstedt. Mit seiner Ehefrau Friederike, eine geborene von Blücher, Tochter des berühmten Feldmarschalls von Blücher, hatte er zwei Töchter. Die älteste Tochter Amalie (1807-1853), die sich später mit dem Grafen Adrian von Ziethen (1803-1849) vermählte, erhielt Ramstedt. Dieser Graf Adrian von Ziethen ließ das Schloss Ramstedt 1831 errichten.

Der Schlosspark wurde von dem bekannten Gartenarchitekten Peter Josef Lenné angelegt. Die alten Wirtschaftsgebäude und die alte Ziegelei wurden abgerissen. Der meist vorhandene Acker wurde in Forstgrund umgewandelt. Am alten Mausoleum finden wir die Wappen derer von der Schulenburg und das Wappen derer von Ziethen.

Nach dem Tod der Gräfin Ziethen fiel Ramstedt an deren einzige Tochter Maria. Diese Tochter war seit 1853 mit dem Freiherrn Kuno von Zedlitz-Neukirch vermählt. Im Jahre 1857 kaufte der Legationsrat Paul Otto Werner von der Schulenburg das Schloss Ramstedt und alle dazugehörigen Besitzungen. Somit kam Ramstedt wieder in den Besitz des Adelsgeschlecht derer von der Schulenburg.

Am Ende des Ortes, im Wald gelegen, finden wir die Grabstelle der Schulenburgs. In der Grabstelle befindet sich auch das Grab von Paul Werner von der Schulenburg. Sein Grabstein trägt folgende Inschrift:

Paul Otto Werner von der Schulenburg
Königl. Preuß. Legationsrat a. D.
und Kammerherr, Rechtsritter des Johanniterordens
geb. 19. August 1823 gest. 15. April 1889

Nach dem Tode von Paul Otto Werner, übernahm sein Sohn Rudolf von der Schulenburg den Familienbesitz in Ramstedt. 1918 erwarb Rudolf von der Schulenburg das Gut Schricke. Fortan wurde Ramstedt und Schricke als einheitlicher land- und forstwirtschaftlicher Betrieb der Familie geführt. Im Jahre 1925 übernahm Werner von der Schulenburg (1897-1978), der Sohn von Rudolf von der Schulenburg, das Gut. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die beiden Güter Schricke und Ramstedt enteignet.

Ramstedt hat ca. 50 Einwohner. Viel Tatkraft beweist der Traditions- und Feuerwehrverein, der am 23. Januar 2003 gegründet wurde. 25 Mitglieder zählt der Verein. Allerdings kümmern sich nicht nur Ramstedter im Verein um die Dorfgemeinschaft. Aus Rogätz und Magdeburg, Loitsche und sogar Hannover sind Mitglieder dazu gekommen. Durch den Verein wurde im vergangenen Jahr das Dorfgemeinschaftshaus in Ordnung gebracht. Viele Veranstaltungen gibt es im Dorf. Dazu zählt der monatliche Rentnernachmittag, die regelmäßigen Kegelabende in Farsleben und die monatliche Ausbildung der Feuerwehr. Traditionell ist Ramstedt am Herrentag ein wesentlicher Rastplatz in der Region. Dabei werden die Ausflügler von den Einwohnern mit Speis und Trank versorgt.

Ramstedt unterhält auch eine Partnerschaft zu dem gleichnamigen Ramstedt in Nordfriesland, nicht weit von Husum gelegen. Schon zu DDR-Zeiten wussten unsere Ramstedter, dass es einen gleichnamigen Ort gibt. Da gab es nämlich immer mal Irrläufer der Post. Aus einem Familienurlaub erwuchs eine Orts-Partnerschaft. Der Ramstedter besuchte in Nordfriesland den dortigen Ortschronisten und bahnte weitere Kontakte an. Zum ersten Mal wurden die Ramstedter zu einem Besuch in Nordfriesland im August 2003 zur 625-Jahr Feier eingeladen.

Leider steht das Schloss in Ramstedt schon einige Jahre leer. Es wurde viele Jahre als Pflegeheim genutzt. Bis 1999 lebten Behinderte in diesem Heim. Die Einrichtung musste schließen, da das alte Gemäuer nicht mehr den Vorschriften entsprach.

Im Rahmen der Dorferneuerungsmaßnahmen wurde das Mausoleum durch die Gemeinde renoviert und dient der Gemeinde als Friedhofskapelle.